Brachelen
Brachelen.html
HTML Dokument 53 Bytes

 

 

Getreide ist kein natürliches Pferdefutter

 

 

 

Wenn wir den Speisezettel frei oder wild lebender Pferde betrachten, ist er sehr abwechslungsreich.Meist wird diese Vielfalt heute bei vielen Pferden auf einige wenige Hochleistungsgräser reduziert, entweder frisch als Weide, angewelkt und vergoren als Heulage, oder getrocknet als Heu.

 

Wir haben uns angemaßt, unseren Pferden einen großen Anteil an Nahrungsvielfalt aus dem Speisezettel zu streichen. Übrig geblieben ist ein deutliches zu viel an Energie . Diesen Mangel versucht nun die Futtermittelindustrie mit noch mehr Energie, nämlich Getreide, angereichert mit Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen dem sich sorgenden Pferdebesitzer als unverzichtbar anzupreisen. Es ist höchstwahrscheinlich, dass eine Zunahme von Stoffwechselkrankeiten in Zusammenhang mit der Industrialisierung der Pferdefütterung steht.

 

Stoffwechselerkrankungen oder Unverträglichkeiten wie EMS, ESC, PSSM, Hufrehe, 'Sommerekzem', Mauke, Insulininsuffizienzen, Magengeschwüre, Fettpolsterbildung, Fellwechselstörungen, Kreuzverschlag,  etc. nehmen deutlich zu. Sie zählen zu den Wohlstandskrankheiten und können “geheilt” werden bzw. offensichtlich symptomfrei werden, wenn sie getreidefrei ernährt werden.

 

Zur Ursachenforschung wird der Glykämische Index als Hilfe hinzugezogen. Das Kentucky Equine Research Institut (KER) bestätigt in der Forschung, dass eine Stärke reduzierte Fütterung Vorteile für die Pferde bringt. Steigt der Blutzuckerspiegel nach der Aufnahme des Futtermittels nur gering an, ist es als niderglykämisch zu beurteilen. Das ist zum Beispiell der Fall bei Heufütterung.

 

Futter mit einem hohen Stärke- bzw. Zuckeranteil, wie Getreide oder auch im frischen, jungen Wiesengras, gelten als hochglykämisch. Futter mit einem hohen Fett, bzw. Faseranteil gelten als niederglykämisch. Rohfaserreiche Fütterung führt zu einer Verringerung der Schweißbildung und Kohlendioxisproduktion. Auf diese Art von Nahrung ist der Pferdekörper ausgelegt und muss nicht mit Substanzen kämpfen, die er nicht oder nur mit sehr viel Aufwand verstoffwechseln kann. Das Pferd profitiert von größeren Atemreserven und einer Schonung der Energiereserven. Die Kohlendioxidausatmung gilt auch als Indikator für eine Übersäuerung des Körpers. Untersuchungen zeigen, dass sich eine niederglykämische Fütterung positiv auf Ausdauer und Spurtreserven auswirkt, da es zu einem geringen Anstieg von Milchsäure im beanspruchten Muskel kommt. Wird Stärke in Abwesenheit von Sauerstoff, also unter anaeroben Stoffwechselbedingungen zu Milchsäure abgebaut, kann diese in Muskelzellen Krämpfe und Verspannungen verursachen. Ebenso wurde festgestellt, dass Glykogenreserven im Muskel (tierische Stärkereserven) geschont werden. Niederglykämische Fütterung verringert den Anstieg des Stresshormons Cortisol im Blut, da die Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse verringert ist. Weniger Stress bedeutet für das Pferd mehr Gelassenheit und eine Schonung des Herzens.

 

Einige der oben genannten Erkrankungen sind Folgeerscheinungen einer gestörten Darmtätigkeit. Durch Getreidefütterung wird häufig die enthaltene Stärke nicht vollständig im Dünndarm verdaut. Gelangt ein Teil der Reststärke in den Dickdarm verschiebt sich das Gleichgewicht der Mikroorganismen. Es bilden sich vermehrt Gase, welche zu Blähungen führen.

 

Selbst bei “optimalem Aufschluss eines Futtermittels” hat das Pferd nur begrenzte Möglichkeiten größere Mengen an Stärke, enthalten in Hafer, Geste und Mais, zu verdauen. Eiweiß und Stärkeüberfluss haben viele negative Folgen. Übersäuert z.B. der Blinddarm durch zu viel Stärke kommt es zu Verspannungen und Schleimhautreizungen, Verdickungen und schließlich zur Entzündung der Darmschleimhäute. Magengeschwüre werden mittlerweile stark im Zusammenhang mit einer getreidereichen Fütterung gesehen. Die durch Fehlgärung entstehenden Toxine, welche auch durch die übermäßige Aufnahme von Hochleistungsgräsern verantwortlich gemacht werden können, führen zu Stoffwechselproblemen und können die Auslösung einer Hufrehe begünstigen.

 

Folgen eines gestörten Darmmilieus sind auch eine verringerte Resorption der Nährstoffe, was bedeutet, dass im Pferdeorganismus weniger Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente ankommen, als wir glauben durch die Fütterung abzudecken. Mikroorganismen in einem gesunden Darmmilieu sind der Lieferant großer Mengen der B-Vitamine, welche für die unterschiedlichsten Abläufe des Zellstoffwechsels, Zellatmung, die Blutbildung, das Immun- und Nervensystem und den Appetit des Pferdes, so wie für die Fell- und Hufqualität verantwortlich sind. Dazu gehört  auch das Vitamin B7 besser bekannt als das Biotin, welches an jeder Ecke gern und fleißig zu gefüttert wird. Warum ausgleichen? Warum nicht gleich artgerecht füttern und solche Probleme vermeiden?

 

Einen Eiweißüberschuss provozieren wir leicht durch junges kurzes Gras im Frühjahr, (Erst ab einer Länge von 30cm gilt Gras als lang genug um beim Pferd die Verdauung zu optimieren) aber auch durch die Fütterung von Hafer, Weizenkleie oder Extraktionsschroten, wie sie in fast allen gängigen Müslis enthalten sind. Bei einem Eiweißüberschuss sind die Darmbakterien gezwungen, Eiweiße zur Energiegewinnung heranzuziehen und stoßen das nicht verwendbare Stickstoffende als Ammoniak ab. Der anfallende Ammoniak wird von der Darmschleimhaut aufgenommen und geht in die Blutbahn. Der Körper meldet Alarm (Toxine) und in der Leber beginnt der Umbau zu Harnstoff. Dieser wird durch die Niere ausgeschieden. Gelangt der Harnstoff in die Einstreu wird er von den Mikroorganismen wieder zu Ammoniak umgebaut und schädigt Hufhorn und durch Einatmen auch das Lungengewebe. Leber und Niere werden durch diesen Prozess unnötig belastet. Anzeichen einer gestörten Darmflora und damit falschen Fütterung können angelaufene Beine, Gallen Fühligkeit der Hufe, Mattigkeit, Muskelzittern, Spannungen, ein aufgeblähter Bauch, Kotwasser, Durchfall und Koliken sein, um nur einige zu erwähnen.

 

Rohfaser ist und bleibt die Antwort auf Probleme dieser Art.

 

Kurzkettige, so genannte flüchtige Fettsäuren werden aus der Rohfaser im Darm des Pferdes von Mikroorganismen gewonnen und liefern dem Pferd den Löwenanteil an benötigter Energie. Rein chemisch gesehen gehört Rohfaser zu den Kohlehydraten. Bakterien im Blind- und Dickdarm des Pferdes spalten die Molekülketten von Cellulose und Co voneinander ab. Von der frei werdenden Energie lebt die Darmflora! Die dabei entstehenden freien Fettsäuren werden vom Darm des Pferdes aufgenommen und in die Leber transportiert. Von hier aus können sie entweder direkt zur Energiegewinnung verwendet oder gespeichert werden. Im letzen Fall erfolgt eine Umwandlung in Fett oder Zucker, bzw. in tierische Stärke. (Muskelglykogen)

 

Wie also gesund füttern?

 

Gras, getrocknet und frisch von guten artenreichen Wiesen ist und bleibt die Nr. 1 und das natürlichste Futtermittel überhaupt.

 

Dr Meyer Iwest
1_Wenn der Magen rot sieht.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.7 MB
Dr Meyer Iwest
4_Kotwasser.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.1 MB

1 Gilt für Lieferungen in folgendes Land: Deutschland. Lieferzeiten für andere Länder und Informationen zur Berechnung des Liefertermins siehe hier: Liefer- und Zahlungsbedingungen
2 Nach §19 der Kleingewerberegelung bin ich berechtigt, keine Mehrwertsteuer auszuweisen.