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Von besonderer Bedeutung bei der Pferdezucht ist die Auswahl des passenden Hengstes.

 

Es gibt keine Anleitung „in X Schritten zum Traumhengst“. Diesen Denkprozess, das überlegte Abwägen von für und wider, die volle Überzeugung zu der eine erste Idee heranreift, das macht eine gute Zucht aus.

Denn genau hier unterscheidet sich der durchdachte Züchter vom planlosen Vermehrer. Es wird eben nicht der nächstbeste/ günstigste Hengst aus der Nachbarschaft gewählt. Es werden sorgsam Informationen erhoben, Hengste verglichen, Stärken und Schwächen überdacht, und ja, wohlmöglich ist auch ein bisschen Eingebung dabei im Spiel. Aber das kann wohl kaum als Glücksfall, sondern eher als „qualifiziertes Bauchgefühl“ gewertet werden.

Der weise Züchterspruch „in Generationen denken“ spiegelt diese Grundhaltung wider. Die Zuchtziele in der Sportpferdezucht müssen Schritt für Schritt in Angriff genommen werden. Wer alles auf einmal verbessern will, der wird sein Ziel nicht schneller erreichen, sondern vielmehr offene Baustellen hinterlassen. Es gilt einen kritischen Blick für die Schwächen der Pferde zu entwickeln, um die richtigen Weichen für die weiteren Generationen zu stellen.

Wer Perfektion in der Sportpferdezucht anstrebt, hat bei dieser Anspruchshaltung ungeachtet der Qualität seiner Pferde immer einen weiten Weg vor sich. Es gibt immer was zu tun! Denn wer seine Nachzucht mit kritischem Blick prüft, wird auch immer Schwächen finden, die es zu verbessern gilt.

 

 

Nach welchen Kriterien sucht man also einen Hengst aus? Es gibt nicht den einen richtigen Weg.

Jeder Züchter trifft seine Anpaarungsentscheidungen mit einem anderen Zuchtziel vor Augen und daher mit seinen ganz eigenen Schwerpunkten. Ob nun eher die Sportleistung des Vaters den Ausschlag gibt, das Bauchgefühl des Züchters, oder die Marktkonformität des Hengstes, hängt sehr mit dem individuellen Zuchtziel zusammen.

Der Hengst soll in erster Linie zur Stute passen!

Die meisten Zuchteinsteiger machen den Fehler einen Hengst zu suchen, der ihnen gefällt und nicht so sehr einen Hengst, der zu Stute und Zuchtziel passt. Bei der Einschätzung, welche Punkte der Hengst ausgleichen soll, hilft es ungemein zu wissen, wie sich die Stute oder ihr Stamm bislang vererben. Dabei helfen wohlmöglich folgende Fragestellungen:

 

·Welche Defizite hat die Stute? Welche Stärken zeichnen sie aus?

 

·Gibt es eine rote Linie in der Vererbung der Stute, oder sehen alle Nachkommen unterschiedlich aus? Inwiefern ähneln die Nachkommen sich im Bewegungs- bzw. Sprungablauf?

 

·Mit welchen Blutlinien lassen sich in diesem Stamm bisher Passereffekte erzielen? (gekörte Hengste & Sportler aus dem Stamm) Für welche Qualitäten stehen diese passigen Hengste?

 

·Gibt es Topsportler/ gekörte Hengste mit ähnlicher Blutführung, bzw. mit dieser Kombination der Hengstlinien? Warum funktioniert diese Kombination so gut?

 

 Der erste Blick fällt auf die eigene Stute, denn sie ist der Ausgangspunkt aller Überlegungen. Welcher Hengst könnte nun zu dieser Stute passen? Woran macht man das überhaupt fest?

Es bietet sich ein Hengst an, der die Defizite der Stute zu beheben imstande ist. Es sollte also ein Hengst gewählt werden, dessen eigene Positiveigenschaften dort liegen, wo die Stute ihre Schwächen hat. Der Hengst sollte auf keinen Fall dieselben Schwächen teilen wie die Stute. Unglücklich nur, dass man als Züchter nie mit letzter Sicherheit davon ausgehen darf, dass diese Überlegungen sich auch im Zuchtprodukt wiederspiegeln werden.

Generell kann man auch sagen: Je ähnlicher sich die Ausgangstiere einer Anpaarung in äußerlichen Punkten sind, desto wahrscheinlicher, dass ihre Fohlen genau diese Optik vererbt bekommen. Das führt uns gleich zum nächsten Punkt:

 

Anpaarung von Extremen vermeiden

 

Ein Beispiel hierfür wäre eine schwere Stute an einen leichten Vollblüter anzupaaren. Oder aber eine Stute mit langer, weicher Rückenlinie zu einem Hengst mit strammen kurzen Rücken zu bringen. Der Hengst soll also nicht das Gegenteil verkörpern von der Stute.

Aber der Gegensatz scheint doch der einfachste Weg zu sein, um schnelle Erfolge zu erzielen? Das Problem ist, dass die Vererbung durch solch ein Vorgehen unvorhersehbar wird. Wer sich mit der Mendel und seiner Vererbungslehre befasst hat, erinnert sich sicher an das Beispiel mit den Erbsen. Die Zuteilung der Gene kann nicht vorhergesehen werden, je mehr verschiedene Kombinierungs-Optionen den Genen bleiben, desto weitläufiger die Unterschiede bei den Nachkommen. So könnte das Fohlen in unserem Beispiel von lange bis kurz so ziemlich jede Rückenlänge aufweisen, je nachdem ob es mehr nach dem Vater oder nach der Mutter kommt.

Darüber hinaus würde sich die Vererbung dieses Tieres in der Folgegeneration völlig verselbstständigen. Es entstehen Nachkommen mit langen, kurzen oder mittleren Rücken.

Wer hingegen einen Hengst wählt, der die Stute gut ergänzt, ohne ein anderes Extrem darzustellen, der hat in der Folgegeneration mit hoher Wahrscheinlichkeit einen besseren Rücken. Ein Mittel aus Stute und Hengst sozusagen. Somit nähert der Züchter sich –unter Beibehaltung dieses Merkmals in der Hengstauswahl- in den weiteren Generationen dem Ideal weiter an. Dies geschieht bis zu dem Punkt, wo man wieder einen Hengst mit suboptimaler Rücklinie wählen kann, weil die Stute diese Schwäche nun selbst ausgleichen kann. Aus der Schwäche wurde aufgrund züchterischer Selektion eine Stärke.

Selektion ist das Zauberwort! So hart es klingen mag, aber nur harte Selektion und gnadenlose Ausmerzung (d.h. die Auswahl der Besten und rigorose Ausmusterung von Mittelmaß aus der Zucht) bringt den Züchter voran. Ein Züchter muss sich festlegen, welche Eigenschaften ihm für sein Zuchtziel besonders wichtig sind.

Das betrifft auch die Leistungsorientierung einer Zucht. Ein Züchter sollte was Leistung angeht keine Kompromisse eingehen und ein klares Schwarz/ Weiß Denken anstreben. Das heißt, entweder Weiß (= Olympia-Kandidat) zum Zuchtziel deklarieren, oder schwarz (= Freizeitkumpel). Denn das graue Mittelmaß, also das Sportpferd für Amateure auf L/ M-Niveau, braucht man nicht gezielt zu züchten. Es fällt von ganz alleine an, wenn das Zuchtziel Weiß angestrebt wird, aber die Nachzucht diesen hohen Erwartungen nicht genügt.

Nicht zu Unrecht sagt man in Züchterkreisen: Ein Sportpferd wird gezielt gezüchtet, aber ein Olympia-Pferd wird einfach geboren. Es spielen noch so viele Einflüsse eine Rolle, dass alle zu kontrollieren gänzlich unmöglich ist. Man kann nur sein bestmögliches geben. 

 

Es soll bei aller Selektion natürlich nicht die alleinige Aufgabe des Hengstes sein die Defizite der Stute auszugleichen. Letztlich bestimmt die Qualität der eingesetzten Stuten den Erfolg einer Zucht. Denn während ein Hengst, alleine um in die Zucht zu gelangen, schon zu den Besten seines Jahrgangs gehören muss, so sind die Auswahlkriterien bei Stuten deutlich weniger Leistungsdruck unterlegen. Daher gilt tatsächlich: Je besser die Stute, desto erfolgreicher zumeist die Zucht.

 

Viele Züchter gehen sogar noch einen Schritt weiter. Bei einer Stute aus einem hocherfolgreichen Stutenstamm können deutlich mehr Schwachpunkte in Kauf genommen werden. Das liegt daran, dass für den Züchter -anders als für den Reiter- der Phänotyp (Optik) weniger zählt als der Genotyp (Genetik). Wie eine Zuchtstute aussieht ist nämlich weniger wichtig als das was sie vererbt. Alleine die Qualität ihrer Fohlen bestimmt ihren Wert als Zuchtstute.

 

Praktische Erwägungen bei der Hengstauswahl

 

Die Marktsituation darf ein Züchter bei aller Überzeugung für einen bestimmten Hengst nicht ganz aus den Augen verlieren, wenn das Zuchtprodukt für den Verkauf bestimmt ist.

Die Wahl eines Hengstes ist in der Pferdezucht oft ganz anderen Faktoren unterworfen als nur Qualität des Vatertiers. Dies kann aus züchterischer Experimentierfreude geschehen oder durch Marktzwänge, Alter und Bekanntheitsgrad des Hengstes spielen eine Rolle, sowie freundschaftliche Beziehungen zum Hengsthalter und natürlich die Marktsituation insbesondere für männliche Nachkommen eines Hengstes. Es kann genauso entscheidend sein, dass bei einem anderen Hengsthalter noch Deckgeld-Gutschriften offen sind.

Zu guter Letzt kann das Fohlen die Erwartungen nicht erfüllt haben. Nicht jeder Züchter wird dieses Versagen offen eingestehen wollen, insbesondere wenn es gilt noch einen Käufer für eben dieses Fohlen zu finden.

 

Der Hengst soll die positiven Eigenschaften der Stute verstärken und die negativen ausgleichen. Wenn man also beispielsweise eine Stute mit leichten Knochen hat, bevorzugt man einen stabileren Hengst. Wenn sie über eine schöne Kruppe verfügt, aber im Bereich von Schultern und Hals Schwächen hat, sucht man nach einem Hengst, der über gute Proportionen in diesem Bereich verfügt. Bestimmte Merkmale werden von einigen Hengsten stärker vererbt als von anderen. Einigen Hengsten wird zu Unrecht oder zu Recht nachgesagt, dass sie einen eher schwierigen Charakter haben. Wieder andere Hengste sind bekannt für die Vererbung einer ausgezeichneten Springtechnik oder besonderen Gangeigenschaften. Das sind alles Kriterien, die bei der Wahl des Hengstes beachtet werden sollten. Wenn Sie beabsichtigen, das Fohlen später zu verkaufen, macht es auch Sinn, sich zu erkundigen, welche Linien und Abstammungen von Käufern bevorzugt werden. 

 

Bei Pferde, die recht gedrungen sind, zu sehr in Richtung Rechteckformat tendieren, wo die Schulter und Kruppenformation verlängert werden soll, die Fesseln und Röhren zu kurz sind, die Sattellage und Ganaschenfreiheit verbessert werden soll, bedarf es des vermehrten Vollbluteinsatzes.  Blütige Pferde benötigen aufgrund ihres Temperamentes einen einfühlsamen und erfahrenen Reitern, neigen auch zu einer flachen Galoppade, mangelnde Bergauftendenz und Versammlungsbereitschaft, wenig Trab und Schritt sowie kleinen Gelenken. 

Woran kann ich festmachen, ob meine Stute nun bereits dem modernen Typ entspricht oder weiter Priorität auf Veredlung gesetzt werden muss? Natürlich kann jeder ein schweres Warmblut von einem Vollblut unterscheiden. Wichtig ist aber, wie bei der Größe gemessen am Widerriss, eine objektive Kennzahl zu haben. Hierzu dient der Röhrbeinumfang, der bereits bei der Stuteneintragung 3-jährig ermittelt wird. 

Für den Hobby  Züchter ist es deshalb wichtig, genau zu wissen, was mit dem Zuchtprodukt geschehen soll. Ich denke, viele von uns suchen ein reelles, umgängliches Reitpferd, einen verlässlichen Partner für Freizeit und Sport auf lokaler Ebene, natürlich mit einer gewissen Ausstrahlung, Bewegungsqualität und Rittigkeit. Aber Zuchtfortschnitt in kleinen Schritten ist angebracht. Die Veranlagungen der Stute sollen erhalten und gefestigt werden, Schwächen nach Möglichkeit verbessert werden. Gleich und gleich gesellt sich gerne, extreme Paarungen erfüllen selten die Erwartungen an das Fohlen.  

Möchte ich ein Dressurpferd züchten, soll das Pferd über viel Boden stehen, auf vier Säulen. Eine breite Brust soll es haben. Einen geschwungenen Hals mit guter Ganaschenfreiheit. Einen langen Widerriss und gute Sattellage. Ein korrektes, stabiles Fundament für Langlebigkeit. Relative lange Fesseln für schwungvolle Bewegung und das wichtigste zuletzt, eine starke Hinterhand, der Motor sitzt hinten, er schiebt und nimmt die Kraft auf. 

Beim Hengst beurteile ich besonders diese Exterieurmerkmale, aber auch Charakter und Rittigkeit.

Sind die Exterieurmerkmale erfüllt, spielen C&R sind für mich die entscheidende Rolle.

Die Eigenschaften des Hengstes kann ich aus der Hengstleistungsprüfung ablesen, was er an seine Nachkommen weiter gibt, aus der Zuchtwertschätzung. Für eine größtmögliche Wahrscheinlichkeit, dass das Zuchtziel erreicht wird, sollten die objektiven, also die messbaren Zuchtwerte für den Hobbyzüchter die entscheidende Rolle spielen. Dies sind die Kenntnis derZuchtwerte der Hengste im Stammbaum der Stute sowie die Kontinuität, das Gleichmaß der Nachkommen aus der Stutenlinie.  

Was hilft ein perfektes Exterieur, ein guter Charakter, Rittigkeit, gute Grundgangarten, wenn die Leistungsbereitschaft nicht gegeben ist? Wird bei Dressurpferdezüchter viel Wert auf Typ und Schönheit gelegt, berücksichtigen Züchter von Vollblütern und Springpferden besonders eine herausragende Leistungsbereitschaft. Somit macht es Sinn, Springpferde mit guten Dressurpferde Eigenschaften für die Zucht einzusetzen, sogenannte Doppelvererber. Sie haben in der Hengstleistungsprüfung mit guten Noten in Kategorie Dressur und Springen abgeschlossen. Durch Einsatz von Springblut soll vermehrt der Motor / die Hinterhand gestärkt werden, ebenso die Knieaktion. Aber Achtung, ein kurzer Schritt bzw wenig Untertritt sollte vermieden werden. Nachkommen des Ferdinand und Gotthard vererben beide Ausrichtungen, ebenso die des Calypso.

Springpferde bringen dem englischen Vollblut ähnliche Eigenschaften mit, deren Wert auch für die große Dressur zunehmend erkannt wird. Sie sind athletischer, reaktionsschneller, haben eine besonders gute Bewegungskoordination, lassen sich besser versammeln und verfügen über mehr Schnellkraft aus der Hinterhand. Außerdem besitzen sie psychische und konstitutionelle Vorzüge. Diese Pferde sind vielen Materialpferden mit ihren übergroßen Bewegungen im Grand Prix überlegen. Seit Jahren findet man im Dressur-Spitzensport bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen überdurchschnittlich häufig Springabstammungen: Salinero v. Salieri, Satchmo v. Sao Paulo, Elvis v. Espri, Sunrise v. Singular Joter etc. Das deutsche Dressur-Goldmedaillen-Team in Hongkong 2008 bestand zu zwei Dritteln(!) aus Nachkommen dieser Springhengste.

 

Bei der letztendlichen Auswahl des Hengstes, der meine oben beschriebenen Vorstellungen entspricht, versuche ich diesen primär unter denen mit hannoveraner Brand zu finden. Hannoveraner ist der größte Zuchtverband mit über 17.000 Zuchtstuten (FN2004) und bei den großen Dressur-Turnieren auf Grand Prix Niveau oder auch bei Weltmeisterschaften und Olympiaden finden wir vermehrt Hengste mit diesem Brand an vorderster Front. Dann sollte es nach Möglichkeit auch ein Prämienhengst sein, so wie Beltoni & Belconi. Mit Grand Prix Hengsten im Pedigree bei den Nachfolgenden Generationen. Ich möchte hiermit nicht sagen, dass andere Hengste keine tolle Nachzucht haben, aber damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich der gewünschte Zuchterfolg auch einstellt. 

Bei der Körung in Münster-Nandorf 2012 fiel auf, dass hier Hengste mit KPWN - Blut die vorderen Plätze bei den gekörten Hengsten belegten. Der neue Vorstand scheint auf ein Pferd mit viel Blutanschluß wert zu legen, vielleicht versucht man die Erfolge unserer Nachbarn aus den Niederlanden nachzueifern bzw. den Anschluß zu halten. Die Stärke des Fundamentes dieser Hengste belegt oben gemachte Aussage. Wer aber das Temperament und den Schub dieser Hengste aus der Hinterhand beobachtet hat wird feststellen, dass die Nachkommen dieser ,Mode-Hengste' in die Hände erfahrener Reiter gehören. Man muss schon unter den Vorführern nach den Sprintertypen suchen, um diese Hengste überhaupt optimal zu zeigen. Die Nachfrage nach KPWN Blut ist im Augenblick groß, die verschiedenen Hengststationen möchten dieses Blut den Züchtern anbieten können. 

Etwas spektisch stehe ich auch dem S-Blut gegenüber. Ich habe bereits mehrere Fohlen gesehen und eines selbst zusammen mit Bolero aufgezogen. Es sind wahre Sportler, zum Teil schlägt aber auch das Springblut mit wenig Schritt kurzen steilen Fesseln durch und sie sind dabei nicht immer einfach im Umgang. 

 

Zucht

Die Genetik ist heute nicht mehr verbandstreu

In diesen 25 Jahren hat sich die Pferdezucht drastisch verändert, angefangen von der künstlichen Besamung über den Einsatz von TG-Sperma bis zum Embryo-Transfer. „Pferde Zucht + Haltung“ sprach mit den Erfolgszüchtern Werner Schultze und Dr. Thomas Pfefferle über ihre Erfahrungen und die Entwicklungen der vergangenen Jahre.

Rückblickend hat sich wahnsinnig viel in den letzten 25 Jahren in der Zucht geändert. Anfangs habe ich mit den Stuten, die von meinem Vater da waren, gezüchtet. Bei der Hengstwahl habe ich mich zeitnah von den Empfehlungen unserer Gestütswärter, die natürlich die eigenen Hengste bevorzugten, verabschiedet. Frühzeitig habe ich als Fan des Holsteiners über die Landesgrenzen hinaus nach passenden Hengsten gesucht. Heute suche ich global nach der Prämisse „Wo bekomme ich das beste her?“                                                          

 Die Belgier haben es uns vorgemacht. Leon Melchior hat die besten Stuten in Hannover und Holstein gekauft und damit eine Top-Grundlage für sein Stutbuch Zangersheide geschaffen. Die Stutengrundlage ist für mich das A und O. Hier habe ich mich komplett umorientiert und mir absolute Spitzengenetik zugelegt. Bevorzugt wähle ich Vollschwestern von international erfolgreichen Sportpferden aus. So habe ich z.B. die Mutter des Karajan oder die Vollschwester zu Unita Ask oder Satisfaction in der Zucht. Überhaupt habe ich mit Stakkato, den ich über 20 Mal eingesetzt habe, viel Glück und Erfolg gehabt. Die Pferdezucht ist in der Globalisierung angelangt. Die Genetik ist nicht mehr verbandstreu. Jeder nutzt heute die Genetik aus anderen Verbänden, um weiter nach vorne zu kommen. Vor 25 Jahren fuhren Pferdekäufer nach Holstein, wenn sie ein Springpferd kaufen wollten. Heute bekommt man die Holsteiner Genetik fast überall in Deutschland oder im Ausland zu kaufen. Fast alle Verbände haben Auslandsstützpunkte geschaffen und viele sehr gute Pferde ins Ausland verkauft. Damit wurde ihre Genetik weltweit verankert, was aber natürlich dazu führt, dass die Käufer nicht mehr zwingend im Kernzuchtgebiet einkaufen müssen...

 

- wird fortgesetzt -

Hannoveraner Leitlinien
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Hannoveraner - Qualität
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Hannoveraner - Identität
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Jan Tönjes, stellv. Chefredakteur 31.10.2011
Hannovers Körung - ein Blog

 

...Während das Bolero-Blut (vier Hengste) und Donnerhall-Genetik (sieben von zehn gekört, darunter auch ein etwas kopflos durch die Halle rasender Don Frederico-Sohn) hoch im Kurs standen und auch das F-Blut (vor allem über Florestan) mit sieben (davon Fidertanz dreimal) gekörten von 15 vorgestellten Hengsten  der Körkommission gefiel, übten sich die von Heike Kemmer (im braunen Samt-Gehrock zur schmalgeschnittenen beigefarbenen Hose) begleiteten wohlbehüteten (Melone muss sein) Körkommissare beim Lauries Crusador xx-Blut eher in Zurückhaltung. Was auch gut nachzuvollziehen war. Und dass man dem Sandro Hit-Blut in Verden sketisch gegenüber steht, ist auch nicht neu. Entsprechend wurde jeweils ein Sohn von San Amour, Sarkozy und Sir Donnerhall gekört. Traben konnten sie alle, im Schritt überzeugten sie nur teilweise. Aber diese Gangart war auch bei S-freien Hengsten nicht in überschwänglicher Güte und schon gar nicht über die gesamte Kollektion hinweg in verschwenderischem Ausmaß vertreten.

....Bei den Hengsten aus der Linie des Sando Hit erhielt kein Hengst eine Prämie, obwohl einige Vertreter dieser Familie auf den ersten Blick anderen in der Kollektion nicht nachstanden. Aber Hannover will dieses Blut nicht und setzt so Zeichen.

aus

Zucht 30.10.2011
Hengstkörung Hannover: Dancier-Sohn für 315.000 Euro nach Norwegen

 


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2 Nach §19 der Kleingewerberegelung bin ich berechtigt, keine Mehrwertsteuer auszuweisen.