Brachelen
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HÜCKELHOVEN-BRACHELEN Advents- und Weihnachtsdekoration, Geschenk- und Haushaltsartikel: In diesem Jahr findet der Verkauf im Pfarrgarten und in der Kirche statt. Nach der Corona-Pause wird die Hilfe in Haiti dringend benötigt. 

VON MICHÈLE-CATHRIN ZEIDLER UND SIMONE THELEN

„Unsere Hilfe wird mehr als dringend benötigt“, weiß Peter Körfer von der Missions- und Bastelgruppe Brachelen. Der von Armut, politischen Krisen, Gewalt und Naturkatastrophen heimgesuchte Karibikstaat Haiti kommt seit Jahren nicht zur Ruhe. „Das schwere Erdbeben in 2010, die Ermordung von Präsident Jovenel Moïse im Juli 2021 sowie ein weiteres schweres Erdbeben im August 2021 mit 2200 Toten haben die Probleme des Landes weiter verschärft.“, weiß Körfer, der sozusagen die Kontaktperson zwischen Hückelhoven und dem ärmsten Land der westlichen Hemisphäre. Seit 1968 unterstützt die Missionsgruppe Brachelen schon die Mont Des Olivier Schule in Haiti. „Dies war nur möglich durch die kontinuierliche Unterstützung der Brachelener Bevölkerung sowie der zahlreichen Besucher aus der Umgebung.“

Nachdem in den letzten beiden Jahren der Missionsbasar coronabedingt ausfallen musste, findet er nun an diesem Wochenende, 19. und 20. November, jeweils von 11 bis 18 Uhr, wieder statt. Aufgrund der Enge im Jugendheim und damit verbundener erhöhter Ansteckungsgefahr hat die Missionsgruppe den Basar in den Pfarrgarten an der Kirchgrabenstraße verlegt. Neben den Räumlichkeiten der Tagespflege wird auch die Kirche in die Ausstellung mit einbezogen.

272 Kinder und Jugendliche besuchen die Mont Des Olivier Schule in Haiti. Mit den Spenden aus Brachelen werden unter anderem Lehrkräfte bezahlt und regelmäßige Mahlzeiten ermöglicht. Foto: Missionsgruppe Brachelen

„In der Missionsgruppe haben mittlerweile vielfach die Kinder und Enkel der Gründungsmitglieder der Missionsgruppe deren Aufgaben übernommen“, freut sich Peter Körfer über das langjährige, gewachsene Engagement. Seien in den Anfängen primär Handarbeiten aus Wolle wie Lepradecken, Socken und warme Bekleidung hergestellt worden, stünden heute Advents- und Weihnachtsdekoration sowie Geschenk- und Haushaltsartikel im Vordergrund. Außerdem gebe es eine große Verlosung und Schminken für die Kinder.     

Als die Unterstützung der Mont Des Olivier Schule begann, wurden dort in einer Blechhütte 90 Kinder unterrichtet. Körfer: „Aktuell werden 272 Kinder in der von 2003 bis 2006 in Massivbauweise neu errichteten Schule unterrichtet. Gerne würde die Missionsgruppe mehr Kinder aufnehmen, aber der jährlich verfügbare Etat erlaubt keine größere Schülerzahl.“ Bezahlt werden müssten die gut ausgebildeten Lehrer, die warme Mahlzeit, Schulmaterial und die Unterhaltung des Gebäudes. Der Erfolg der Unterstützung spiegle sich auch in der für Haiti sehr hohen Abschlussrate der Schulbesucher. „In 2022 haben 88,15 Prozent der Kinder und Jugendlichen die Versetzung in die nächste Klasse erreicht.“ Für die Mitglieder der Missionsgruppe ist es wichtig, dass Jahr für Jahr eine stetige Hilfe geleistet wird. Dies sei auch Antrieb, jedes Jahr einen Basar auf die Beine zu stellen – die Corona-Zeit einmal ausgenommen.

Im Karibikstaat Haiti ist es in diesem Jahr in mehreren Städten zu massiven Protesten gekommen. In Gonaïves, rund 50 Kilometer von der Mont Des Olivier Schule entfernt, wurde im September ein Lager mit 1400 Tonnen Lebensmitteln des Welternährungsprogramms geplündert und ein angrenzender Bürokomplex in Brand gesteckt, wie die UN-Organisation mitteilte. Die Lebensmittel sollten fast 100.000 Schulkinder bis Jahresende ernähren und als Nothilfe für die am stärksten gefährdeten Familien dienen, hieß es in einer Mitteilung der Organisation.

Advents- und Weihnachtsdekoration sowie Geschenk- und Haushaltsartikel bietet der Basar in Brachelen. Außerdem gibt es eine Verlosung und Kinderschminken. Foto: Missionsgruppe Brachelen

Der Schulleiter der von den Brachelenern unterstützen Schule Delcius Cherissonne hat Peter Körfer berichtet, dass aufgrund der Gewalt und der Plünderungen im Land der Schulbetrieb seit September ruht. Ein Teil der Kinder und Jugendliche kämen aber trotzdem jeden Tag zur Schule und nutzen die Laptops und Computer. „Bedingt durch die Unruhen ist augenblicklich auch der Versand von Waren nach Haiti unterbrochen. Die Missionsgruppe möchte etwa einen Solarofen nach Haiti schicken. Darin soll als Pilotprojekt Brot gebacken werden, unabhängig von Strom, Gas oder Holz als Energieträger.“

 

Auch die Lieferschwierigkeiten seien nun ein Grund, warum finanzielle Spenden für die Mont Des Olivier Schule so wichtig seien. Die Mitglieder der Gruppe sind zuversichtlich, dass der Basar wieder ein voller Erfolg werden wird. Außerdem wird die Arbeit durch Spenden anlässlich von runden Geburtstagen, Beerdigungen sowie durch Übernahme von Patenschaften unterstützt. „Man weiß, dass das Geld ohne Abzüge bei den Kindern ankommt“, sagt Peter Körfer. Spenden nimmt die Missionsgruppe über ihr Spendenkonto, IBAN: DE29 3125 1220 0006 6201 08, Kennwort: Missionsgruppe Brachelen, gerne entgegen.

Sperrung der L364

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Eine neue Brücke in Rekordzeit

 Am kommenden Montag sollen die ersten vorproduzieren Bauteile für die neue Brücke in Brachelen aufgestellt werden.

HÜCKELHOVEN Durch fertige Bauelemente entsteht in Brachelen gerade eine Brücke in drei statt sechs Monaten. Wie das Modulsystem genau funktioniert und wie die Arbeiten im Zeitplan liegen, erklärt Andreas Huppertz von nesseler bau.

VON MICHÈLE-CATHRIN ZEIDLER

Wer aktuell die Landstraße L364 über Hückelhoven Brachelen fährt, wird umgeleitet. Die Straße ist zwischen dem Holter Weg und der Rischmühlenstraße bereits seit Mitte September voll gesperrt. Der Grund: Die Brücke über den Teichbach wird derzeit abgerissen und neu gebaut. Das alte Bauwerk von 1974 wies starke Schäden in der Gründung auf und war nicht mehr dauerhaft standsicher – eine Erneuerung war unausweichlich.

In den vergangenen Wochen wurde die alte Brücke abgerissen. Ab Montag beginnt die von Straßen.NRW beauftragte Firma, nesseler bau aus Aachen, mit der Montage der neuen Brücke. Durch ein innovatives Verfahren verkürzt sich die Bauzeit dabei erheblich. 90 Prozent der neuen Brücke bestehen aus vorgefertigten, bis zu 32 Tonnen schweren Elementen. „Alle Einzelteile werden im 3D-Modell geplant und geprüft, bevor sie in unserem Werk in Aachen in Beton gegossen werden“ sagt Andreas Huppertz vom nesseler-Bauteam. Auf der Baustelle werden die Elemente dann zu einem Gesamtbauwerk zusammengefügt. „In Brachelen werden wir insgesamt 80 vorgefertigte Wände, Balken und Platten verbauen.“ Diese vorgefertigte Bauweise bedeute eine deutliche Minimierung von Bau- und Sperrzeiten, Stauzeiten und damit volkswirtschaftlichen Kosten und Emissionen. Eine konventionelle Brücke würde eine deutlich längere Sperrzeit von fünf bis acht Monaten bedeuten.

Das modulare Brückensystem hat nesseler mit dem Institut für Massivbau der RWTH Aachen entwickelt und damit eine wirtschaftliche Lösung für kurze und mittlere Spannweiten bis 40 Meter auf den Markt gebracht. Für häufig wiederkehrende Elemente und Verbindungen wurden typische Konstruktionsprinzipien erarbeitetet, die sich individuell auf verschiedene Systeme, Stützweiten und Geometrien anpassen lassen. „Am Montag kommen die ersten Teile und innerhalb einer Woche werden dann zuerst die Wände montiert“, so Huppertz. In der Woche danach sollen bereits die Balken folgen.

Bereits im Dezember soll hier der Verkehr über die L364 wieder fließen.   

 

Die neue Brücke nimmt Rücksicht auf die besonderen Hochwasseranforderungen. „Zum Erhalt zur und Sicherung des Durchflussquerschnitts des Teichbachs wird die neue Brücke als integrale Rahmenbrücke ausgeführt, was besondere Anforderungen an die Genauigkeit der Fertigteile stellt“, erklärt Huppertz. Im Zuge der Arbeiten an der Brücke mit 16 Metern Spannweite und 26 Metern Breite soll zudem noch eine Asphaltsanierung der L364 bis ins Ortszentrum durchgeführt werden.

So will sich Hückelhoven besser vor dem nächsten Hochwassser schützen

 Das Rur-Hochwasser traf auch Hückelhoven. In Brachelen kam es zu Überschwemmungen, Häuser mussten evakuliert werden. 

HÜCKELHOVEN Durch genaue Ablauf- und Einsatzpläne für potenzielle Gefahrenstellen will das THW Hückelhoven beim nächsten Ereignis noch besser vorbereitet sein. Außerdem steht der Deich in Rurich auf dem Prüfstand. Ein Neubau scheint wahrscheinlich.

VON MICHÈLE-CATHRIN ZEIDLER

Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und ein Gewerbegebiet unter Wasser: Hückelhoven ist beim Hochwasser im vergangenen Jahr noch vergleichsweise glimpflich davongekommen. Trotzdem hat die Rur im Stadtgebiet große Schäden verursacht. Hilfarth und Ratheim waren Schwerpunkte. Aber auch in Rurich hatte das THW zu kämpfen und in Brachelen wurden Straßenzüge evakuiert.

Beim nächsten Hochwasser will Michael Andres, THW-Ortsbeauftragter in Hückelhoven, noch besser vorbereitet sein. Mit einem dicken Ordner unter dem Arm hat er daher im jüngsten Bau- und Umweltausschuss der Stadt über dafür nötige Maßnahmen informiert. In vielen Stunden Arbeit hat das THW das Hochwasser noch einmal aufgearbeitet und Schwachstellen im Stadtgebiet identifiziert. Erste schnelle Verbesserungsmaßnahmen wurden bereits umgesetzt, weitere sollen bei sowieso anfallenden Erdarbeiten durch den Bauhof sukzessive folgen. „Für jeden potenziellen Brennpunkt haben wir jetzt Ablauf- und Einsatzpläne in einer Handakte erstellt“, so Andres.

Eine potenzielle Gefahrenstelle sieht Andres beim Deich in Rurich, auch wenn er beim vergangenen Hochwasser den Wassermassen am Ende standgehalten hat. „Wir können den Deich in Rurich nicht verteidigen. Es gibt keine geeignete Zuwegung“, erklärt Andres. „Außerdem ist der Deich im unteren Bereich nicht ausreichend.“ Im Fall der Fälle werde das THW daher den Ort am alten Bahndamm verteidigen. „Dafür sind mehrere Abdichtungen an einigen Stellen nötig, aber dann ist es machbar“, sagt Andres.

 Die Rur bei Rurich: Ein Deich soll den Ort vor Hochwasser schützen. Doch wie stabil er noch ist, steht jetzt auf dem Prüfstand.

 

Auch der Wasserverband Eifel-Rur hat aktuell den Deich in Rurich und alle anderen Schutzanlagen an der Rur genau im Blick. „Die Talsperren haben eine Flutkatastrophe an der Unteren Rur verhindert“, fasst Arno Hoppmann vom Dezernat Gewässer, Stabsstellenleiter Flussgebiets- und Investitionsmanagement beim Wasserverband Eifel-Rur im Ausschuss zusammen. Allerdings betont er auch, dass so extreme Niederschläge noch nie in ihrem Gebiet aufgezeichnet worden sind: „Eine präzise Vorhersage war daher gar nicht möglich.“ Für die Talsperren werde daher nun ein Hochwasservorhersagesystem aufgebaut.

Brachelener Kirmes

Endlich wieder die Mai-Kirmes feiern

 Schützenprinz Niklas Harren hatte sehr gute Laune zum Start der Brachelener Frühkirmes.

HÜCKELHOVEN-BRACHELEN Bei der Brachelener Kirmes wurden am Wochenende gleich mehrere kleine Volksfeste gefeiert.

VON HEINZ ESCHWEILER

Auf diese Kirmes schien Brachelen zwei Jahre lang so richtig gewartet zu haben. Die Mai-Kirmes wurde zum absoluten Event. Die Band „Nighlight“ gab am Christi Himmelfahrtstag zur Eröffnung der Kirmes den Auftakt. Auch der Freitag wurde mit dem Auftritt der Band „Full House Vol. X“ zum Besuchermagneten, sodass Brachelen mit vielen Freunden den Neuanfang feiern konnte. Es war ein stimmungsvoller Auftakt der Brachelener Kirmes, die von den St. Sebastianus Schützen, SV Brachelen und KG Brökeler Kappehäuser gemeinsam organisiert wurde.

Der Kirmes-Samstag stand ganz im Zeichen der Brauchtumspflege. Zunächst stoppte der Festzug, angeführt vom Trommler- und Pfeiferkorps Brachelen, am Schülerprinzenhaus, wo eine Ehrenmaie aufgestellt wurde. Dann ging es zusammen mit dem Schülerprinzen Tom Lengersdorf weiter zum Schützenprinzenhaus Haaren an Haus Berg, wo besonders die Bewohner die Tradition mit Ehrenmaienaufsetzen aus erster Reihe verfolgten. Auch die Kindergartenkids von St. Gereon waren gespannt auf das große Schützentreiben. „Die Kinder haben unser Schmücken verfolgt. Da haben viele ihre Eltern überzeugt, dieses Treiben am Samstagnachmittag live verfolgen zu dürfen“, lachte die Prinzenmutter.

 

Das Trommler- und Pfeiferkorps spielte zu Ehren des Prinzen auf. Danach zog der Festzug zum Festzelt, wo das nächste Event wartete mit dem Live-Konzert der Cover- und Showband „Soundconvoy“. Am Sonntag zog der Festzug durch den Ort. Als Gäste waren unter anderem die Ortsvereine, das Orchester Rheinlandklänge sowie die Schützenbruderschaft Lindern mit dabei. Anschließend wurde zum Prinzenball ins Festzelt am Sportplatz geladen. Den Abschluss der Brachelener Kirmes bildete am Montag ein gemeinsames Frühschoppen.


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2 Nach §19 der Kleingewerberegelung bin ich berechtigt, keine Mehrwertsteuer auszuweisen.